Interview mit dem Minister
für Arbeit, Marc Spautz

4–6 Minuten

Fragen zu den Zielen, Plänen und politischen Prioritäten des Arbeitsministers

Was sind die vorrangigen Ziele für die Beschäftigung von Menschen mit Beeinträchtigungen in dieser neuen Legislaturperiode?

Das Ministerium für Arbeit arbeitet seit einigen Monaten zusammen mit der Arbeitsagentur (ADEM) und dem Ministerium für Familie, Solidarität, Zusammenleben und Unterbringung von Flüchtlingen an einer Reform des Gesetzes von 2003 bezüglich Menschen mit Beeinträchtigungen.

Diese Reform soll die Verwaltungsabläufe vereinfachen, die Integration in den Arbeitsmarkt fördern und Maßnahmen einführen, die den Zugang zu den entsprechenden Hilfen leichter machen.

Gibt es einen konkreten Plan zur besseren beruflichen Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen auf dem ersten Arbeitsmarkt?

Im Zusammenhang mit der Überarbeitung des Gesetzes von 2003 ist auch eine Reform des Programms rund um den Inklusionsassistenten vorgesehen.

Das Ziel des Programms soll sein, die Chancen von Menschen mit Beeinträchtigungen zu verbessern, leichter eine Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden.

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Welche Änderungen sind nötig, um den Arbeitsmarkt für Menschen mit Beeinträchtigungen zugänglicher zu machen?

Die Reform des Gesetzes von 2003 wird auch von Informations- und Sensibilisierungskampagnen begleitet. Das Ziel ist es, die Hilfen für die Einstellung von Menschen mit Beeinträchtigungen bekannter zu machen und den Mangel an Wissen in diesem Bereich zu reduzieren.

Der Mangel an Informationen trägt bis heute dazu bei, dass Tabus im Arbeitsumfeld bestehen bleiben und viele Arbeitgeber, die für sie vorhandenen Instrumente und Verpflichtungen nicht vollständig verstehen.

Es ist daher wichtig, die Einstellung der Menschen zu ändern. Eine Beeinträchtigung darf kein Hindernis sein, um Kompetenzen und Talente anzuerkennen; sie muss vielmehr fair und objektiv betrachtet werden. Vorurteile über die Leistungsfähigkeit oder Produktivität von Menschen mit Beeinträchtigungen müssen abgebaut werden.

Wie beurteilen Sie heute die Wirksamkeit der bestehenden Maßnahmen (ADEM, Inklusionsassistent, Beschäftigungsbeihilfen usw.) und was sollte verbessert werden?

Das Programm des Inklusionsassistenten wird angepasst, damit es besser funktioniert und es stärker auf Menschen ausgerichtet ist, die eine besondere Begleitung brauchen.

Außerdem werden die Beihilfen für Arbeitgeber bei der Einstellung von Menschen mit Beeinträchtigungen weiterhin aktiv beworben.

Fragen zur Vorbereitung von Unternehmensleitern

Wie will das Ministerium für Arbeit Arbeitgeber besser informieren und für die Einstellung von Menschen mit Beeinträchtigungen sensibilisieren?

Die ADEM ermutigt interessierte Arbeitgeber aktiv, an Veranstaltungen und Begleitmaßnahmen teilzunehmen, um mehr über die geltenden Regeln und Möglichkeiten bei der Einstellung von Menschen mit Beeinträchtigungen zu erfahren.

Beispiele sind:

  • der Jobday Handicap;
  • der DUODay;
  • die Einstellungsworkshops, die im Rahmen der Workshops zur beruflichen Inklusion organisiert werden;
  • das Programm „Fit for Inclusion“, finanziert vom Europäischen Sozialfonds, das 80 Arbeitssuchenden mit Coaching, Weiterbildungen und Workshops unterstützt.

Mehr als 20 Unternehmen haben an diesen Maßnahmen teilgenommen, wodurch mehr als 15 Menschen danach eingestellt werden konnten.

Im neuen nationalen Aktionsplan ist zudem vorgesehen, Videos zu verbreiten und Sensibilisierungskampagnen zu starten, um Arbeitgeber zu ermutigen und sie bei ihren Bemühungen zu unterstützen.

Plant das Ministerium für Arbeit, mehr Weiterbildungen für Personalverantwortliche und Führungskräfte?

Das Ministerium für Arbeit hat das Projekt „Inclusion Skills“ (organisiert von UFEP, der Ligue santé mentale und IMS) finanziert. Bei diesem Projekt erhielten Personalverantwortliche und Führungskräfte Weiterbildungen, um gute Inklusionspraktiken kennenzulernen und neue Führungsmethoden zu entdecken.

Das Ministerium für Arbeit beabsichtigt, seine Zusammenarbeit mit IMS fortzusetzen, um die Kompetenz der Arbeitgeber weiter zu verbessern, indem es Instrumente bereitstellt, die entwickelt wurden, um das Wissen über berufliche Inklusion zu erweitern.

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Fragen zur Förderung der Kompetenzen und Talente von Menschen mit Beeinträchtigungen

Wie will das Ministerium für Arbeit die Talente und Kompetenzen von Menschen mit Beeinträchtigungen bei Arbeitgebern hervorheben?

Gibt es Initiativen, um die Sichtweise der Öffentlichkeit und der Wirtschaft auf Menschen mit Beeinträchtigungen zu verändern?

Das Ministerium für Arbeit sowie die ADEM wollen die Öffentlichkeit und Arbeitgeber stärker sensibilisieren.
Es sollen Videos mit Erfahrungsberichten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern veröffentlicht werden, um deren Zufriedenheit sowie die Kompetenzen von Menschen mit Beeinträchtigungen hervorzuheben.

Um zur Verringerung von Stigmatisierungen beizutragen, soll außerdem erklärt werden, dass Beeinträchtigungen sich nicht auf sichtbare Situationen wie die Nutzung eines Rollstuhls beschränken, sondern auch unsichtbar sein können. Offene Kommunikation über die verschiedenen Arten von Beeinträchtigungen soll gefördert werden.

Diese Initiativen sind Teil der Maßnahmen des nationalen Aktionsplans.

Welche Voraussetzungen sind wichtig, damit Menschen mit Beeinträchtigungen ihre Kompetenzen in der Arbeitswelt voll nutzen können?

Idealerweise sollten Arbeitnehmer mit Beeinträchtigungen Zugang zu Weiterbildungen, Unterstützung und Begleitung erhalten, um ihre Kompetenzen in der Praxis weiterentwickeln zu können.
Das sind die Ziele und Herausforderungen, an denen wir in den nächsten Jahren arbeiten wollen.

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