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Daaflux: Interview in Gebärdensprache

Kurz und einfach: Wie ist das denn so, wenn man gehörlos ist? Wie schaut man Fernsehen? Wie träumt man? Das sind Fragen, die man oft nicht stellt oder wo man die Antwort im Internet sucht. Nicole Sibenaler und Fabio Giusti beantworten einige typische Fragen von Hörenden. Schauen Sie rein!

Textvariante

Zu Beginn des Videoclips erscheint eine blaue Folie mit weißer Aufschrift: „Interview in Gebärdensprache“. Dann sieht man eine Frau und einen Mann mittleren Alters, die sich in Gebärdensprache unterhalten. Beide sitzen nebeneinander auf einem Stuhl. Die Frau sitzt links, der Mann rechts. Hinter ihnen befindet sich eine weiße Wand, davor steht eine große Topfpflanze. Die Frau hat mittellange, braune Haare und trägt ein schwarzes T-Shirt und graue Jeans. Sie hat die Beine überkreuzt. Der Mann hat kurze, graumelierte Haare und trägt ebenfalls ein schwarzes T-Shirt und beige Jeans.

Nachdem die Frau und der Mann in Gebärdensprache ohne Ton oder Untertitel gesprochen haben, die erklären würden, was sie gesagt haben, werden mehrere Folien mit den Aufschriften: „Konnten Sie das verstehen?“, „Bräuchten Sie Ton oder Untertitel? Ein Film ohne Ton ist wie ein Buch ohne Text! Hörgeschädigte brauchen Untertitel, damit sie alles verstehen können.“ eingeblendet. Die Frau erzählt anschließend in Gebärdensprache: “Unsere Behinderung ist unsichtbar. Sieht man zum Beispiel eine Person im Rollstuhl oder eine blinde Person, fällt auf, dass sie eine Behinderung hat. Wenn man aber eine gehörlose Person sieht, fällt nicht auf, dass sie gehörlos ist.”  Der Mann fährt fort: “Bei uns sieht man das einfach nicht. Bei uns kann man es nur sehen, wenn die Kommunikation nicht funktioniert. Im Alltag ohne Kommunikation wäre unsere Hörschädigung unsichtbar. Bei einer Person alleine ist die Gehörlosigkeit unsichtbar. Aber wenn man in einer Gruppe von zum Beispiel drei oder vier Leuten ist, die alle miteinander gebärden, dann sieht man es sofort.”

Eine neue Folie mit der Frage: „Kinofilm: Verstehen Sie die Béliers? – Was denkt ihr?“  wird gezeigt. Wieder antwortet der Mann: „Das ist super, aber auf der anderen Seite sind die Personen, die mitspielen, halt hörende Schauspieler, also „Komödianten“. Das heißt, es passt halt nicht wirklich in die Gehörlosenwelt hinein. Ich habe es mir angeschaut und es hat mich irgendwie gestört!”

Erneut wird eine Folie mit der Aufschrift „Wir können auch Witze erzählen! Wir sind nicht stumm und auch nicht taubstumm!“ eingeblendet. Die Frau verzieht das Gesicht zu einer Grimasse und lacht anschließend. Ihr ist es wichtig, dass die Leute nicht durch ihre Worte, sondern durch ihre Mimik zum Lachen gebracht werden.

Eine Folie mit der Frage: „Haben Hörgeschädigte eine eigene Kultur?“ erscheint. Daraufhin antworten beide: “Das ist ein großes Thema! Es ist wichtig, dass hörende Personen das wissen. Da zählt zum Beispiel das Gehörlosentheater dazu oder Kino mit Untertitel. Es sind wirklich sehr viele Sachen, die zur Gehörlosenkultur gehören. Da müssten wir jetzt einen zweistündigen Vortrag darüber machen.”

Eine weitere Folie mit der Frage:„Denkt, beziehungsweise träumt ihr in der Gebärdensprache oder in deutschen Wörtern?“ folgt. Daraufhin antwortet er: „Ich denke in Gebärdensprache. Ich träume eher von Handlungen und nicht über Gespräche. Ich gebärde in meinen Träumen eher weniger.” Sie hingegen erzählt: „Bei mir ist es eher situationsgebunden. Wenn ich mit Hörenden unterwegs bin, überlege ich eher in Worten. Wenn ich mit Gehörlosen unterwegs bin, überlege ich in Gebärden.”

Dann erscheint plötzlich eine Folie mit dem Wort: „Tschüss“, gefolgt von einer weiteren mit den Worten: „Moment mal!“. Die beiden sagen: „Zusammen schaffen wir das! Es ist wichtig, dass man mit uns entscheidet und nicht über uns. Tschüss.” Anschließend winken sie zum Abschied.

Finden Sie hier die weiteren Videos der Kampagne:

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